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  #41  
Alt 03.03.2008, 13:47
aristo aristo ist offline
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Gewerkschaft warnt vor Pflegenotstand in Berlin

Die Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di hat schwere Vorwürfe gegen Sozialsenatorin
Heidi Knake-Werner (Linke) erhoben. Die Neuregelung für den Personalschlüssel in der
Altenpflege gefährde die Qualität der Altenpflege. "Der Pflegenotstand steht bevor", sagt
der Pflegespezialist der Gewerkschaft, Michael Musall.


Ab diesem Jahr können Unternehmen der Altenpflege für jeweils drei Auszubildende eine
Pflegehilfskraft aus dem Personalschlüssel streichen
.

Während Knake-Werner versichert, dass keine einzige Pflegestelle durch die Neuregelung wegfalle,
befürchtet Ver.di das Gegenteil. "Es besteht die Gefahr, dass Auszubildende nicht mehr ausgebildet,
sondern ausgebeutet werden
", sagt Musall. Während in der Krankenpflege neun Auszubildende eine
Hilfskraft ersetzen können, reichen bei der Altenpflege drei Azubis.
Die Zahl sei daher willkürlich gewählt, kritisiert Ver.di.

Mit der Neuregelung des Personalschlüssels wollte die Sozialsenatorin ein bestehendes
Unrecht beseitigen. Bislang war es so, dass Altenheime, die Pfleger ausbildeten,
die Kosten auf die Heimbewohner umlegen konnten. Das bedeutete, dass Heimbewohner pro
Tag jeweils 30 bis 70 Cent mehr Pflegegeld zahlen mussten. Diese Regelung benachteiligte diejenigen
Unternehmen, die Nachwuchs ausbilden. Ver.di forderte dagegen, dass sich alle 290 Pflegeunternehmen
in der Stadt an den Kosten der Ausbildung beteiligen.
"Doch die Senatorin, feige wie sie ist, hat sich nicht getraut, das umzusetzen", sagt Musall.

Die Sozialverwaltung weist die Kritik zurück. Unternehmen, die die Neuregelung nicht umsetzen
wollten, könnten an der alten Regelung festhalten, sagte eine Sprecherin der Senatorin gestern.
Außerdem solle eine Analyse nach einem Jahr feststellen, ob sich die neue Regelung bewährt habe.


Aus der Berliner Morgenpost vom 27. Februar 2008
__________________
Unsichtbar wird der Wahnsinn, wenn er genügend große Ausmaße angenommen hat.

Bertolt Brecht
_________________________________________
Alle sagten: Das geht nicht. Dann kam einer, der wusste das nicht, und hat es gemacht.

Hilbert Meyer

No Merkel - No Panic "Kein Rechtsanspruch auf Demokratie für alle Ewigkeit" Angela Merkel

No Party - No Panic "Kein Rechtsanspruch auf Parteiendiktatur für alle Ewigkeit" aristo
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  #42  
Alt 04.04.2008, 23:40
Amazonia
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http://www.youtube.com/watch?v=PDxMQaMqsig

Hoppipolla music video by Sigur Ros


Ja, so gehts natürlich auch.
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  #43  
Alt 10.11.2008, 23:31
Amazonia
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Beiträge: n/a
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Ich weiß ab heute, warum diese Negativpolitik in der Presse betrieben wurde.
Und zwar ging es einzig und alleine darum, den Überwachungstaat durchzusetzen und das klappt wunderbar.

Alles mit dem tollen QM = Qualitätsmanagement.
Nachdem Begriffe wie Qualitätssicherung, Benchmarking und computergestütze Dokumentation Einzug in die Pflege gehalten haben, ist jetzt alles sehr einfach.

Ich schrieb in diversen Threads dazu.

Ich war heute auf einer Weiterbildung für Assessments (Kontroll-Messinstrumente) im Gesundheitswesen.
Es ging um innovative, regierungsgeförderte Kontrollinstrumente, die IT-gestützt alles durchleuchten (und per Knopfdruck/Vernetzung auch für eine eventuell außenstehende Zentralstelle) sichtbar machen.
Nach oben hin sind durch die Vernetzung keine Grenzen gesetzt.
Ab Januar 2009 bundesweit erhältlich und mit jedem PC-System kompatibel, als Add-on natürlich.

Das bedeutet, es ist erwünscht, alles von oben zu kontrollieren.

Mitarbeiter werden gleichzeitig aufgefordert "Fehler" der Kollegen zu melden und damit zukünftige Fehler zu vermeiden. Man möchte sich vor allen Eventualitäten schützen, wie z.B. Regressansprüchen. (Diese Häufung der Regresse allerdings, wurde gerade ebenfalls durch die Regierung und Negativpublicity gepusht.)
Also ganz fein ausgeklügelt. Problem geschaffen - Lösung angeboten. Vielen Dank.

Es wäre eine falsche Kultur Fehler als schlecht hinzustellen. Sie böten erst die Möglichkeit zur Veränderung. Dazu müssen sie erkannt und gemeldet werden. Um Schlimmeres zu verhindern.
Alles im Rahmen der "Sicherheitspolitik".
Das ist alles zu verstehen, nur ist der Weg der falsche.
Die Herrschaften möchten den Zufall austricksen und mischen sich damit in die Quantenphysik ein. Das wissen sie auch sehr genau.

Wörter wie Unschärferelation und so weiter wurden bei dieser Fortbildung genutzt. Das ist eine hochwissenschaftliche Sache. Nur ist der Mensch kein berechenbares Objekt sondern ein spontan handelndes Wesen. Das ist deren Hauptproblem und für die Zukunft die einzige Möglichkeit, der Kontrolle zu entgehen.

Alle Berufs-Kollegen waren hellauf begeistert und möchten das System unbedingt einführen.

Zu mir kommt also die totale Kontrolle - ganz real - gerade in die Praxis.

Nein, ich arbeite schon mit einem anderen System, anhand der Assessments und ich kann garantieren, dass sich dadurch nicht die Qualität der Pflege gebessert hat.
Im Gegenteil wird die Pflege entmenschlicht und die Pflegezeit auf die automatischen Kontrollinstrumente verschoben.
Versteht mich nicht falsch, ich bin die die die Kontrollierenden kontrolliert.
Natürlich werde auch ich mit diesem System kontrollierbar. Aber noch schlimmer dran sind die Leute an der Basis, die dank der tollen Gesetze immer mit einem Bein im Knast stehen, obwohl sie "mal Menschen helfen wollten, die Hilfe brauchen".
Natürlich werden sie (noch) nicht angezeigt, aber im Schadensfall schon.
Dann kann nachgewiesen werden, wer Schuld am Dilemma war. Nur ist das wirklich möglich?

Das menschliche Gehirn wird niemals ersetzbar. Die ganzen Assessments nützen den zu Pflegenden nichts, wenn keine Tat folgt.
Gefahr virtuell erkannt - praktisch nicht gehandelt, folgt dann oft aus dieser Drucksituation und Verunsicherung heraus.
Das ist das was ich in meiner täglichen Arbeit immer wieder feststelle.
Anstatt den Pflegekräften beizubringen was wirklich zählt, haben wir jetzt die totale Kontrolle.
Nur das was zwischen den Menschen vorgeht, ist nicht messbar oder kontrollierbar.
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  #44  
Alt 11.11.2008, 03:10
nofretete1969
Gast
 
Beiträge: n/a
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Zitat:
Zitat von Amazonia
Ich weiß ab heute, warum diese Negativpolitik in der Presse betrieben wurde.
Und zwar ging es einzig und alleine darum, den Überwachungstaat durchzusetzen und das klappt wunderbar.

Alles mit dem tollen QM = Qualitätsmanagement.
Nachdem Begriffe wie Qualitätssicherung, Benchmarking und computergestütze Dokumentation Einzug in die Pflege gehalten haben, ist jetzt alles sehr einfach.

Ich schrieb in diversen Threads dazu.

Ich war heute auf einer Weiterbildung für Assessments (Kontroll-Messinstrumente) im Gesundheitswesen.
Es ging um innovative, regierungsgeförderte Kontrollinstrumente, die IT-gestützt alles durchleuchten (und per Knopfdruck/Vernetzung auch für eine eventuell außenstehende Zentralstelle) sichtbar machen.
Nach oben hin sind durch die Vernetzung keine Grenzen gesetzt.
Ab Januar 2009 bundesweit erhältlich und mit jedem PC-System kompatibel, als Add-on natürlich.

Das bedeutet, es ist erwünscht, alles von oben zu kontrollieren.

Mitarbeiter werden gleichzeitig aufgefordert "Fehler" der Kollegen zu melden und damit zukünftige Fehler zu vermeiden. Man möchte sich vor allen Eventualitäten schützen, wie z.B. Regressansprüchen. (Diese Häufung der Regresse allerdings, wurde gerade ebenfalls durch die Regierung und Negativpublicity gepusht.)
Also ganz fein ausgeklügelt. Problem geschaffen - Lösung angeboten. Vielen Dank.

Es wäre eine falsche Kultur Fehler als schlecht hinzustellen. Sie böten erst die Möglichkeit zur Veränderung. Dazu müssen sie erkannt und gemeldet werden. Um Schlimmeres zu verhindern.
Alles im Rahmen der "Sicherheitspolitik".
Das ist alles zu verstehen, nur ist der Weg der falsche.
Die Herrschaften möchten den Zufall austricksen und mischen sich damit in die Quantenphysik ein. Das wissen sie auch sehr genau.

Wörter wie Unschärferelation und so weiter wurden bei dieser Fortbildung genutzt. Das ist eine hochwissenschaftliche Sache. Nur ist der Mensch kein berechenbares Objekt sondern ein spontan handelndes Wesen. Das ist deren Hauptproblem und für die Zukunft die einzige Möglichkeit, der Kontrolle zu entgehen.

Alle Berufs-Kollegen waren hellauf begeistert und möchten das System unbedingt einführen.

Zu mir kommt also die totale Kontrolle - ganz real - gerade in die Praxis.

Nein, ich arbeite schon mit einem anderen System, anhand der Assessments und ich kann garantieren, dass sich dadurch nicht die Qualität der Pflege gebessert hat.
Im Gegenteil wird die Pflege entmenschlicht und die Pflegezeit auf die automatischen Kontrollinstrumente verschoben.
Versteht mich nicht falsch, ich bin die die die Kontrollierenden kontrolliert.
Natürlich werde auch ich mit diesem System kontrollierbar. Aber noch schlimmer dran sind die Leute an der Basis, die dank der tollen Gesetze immer mit einem Bein im Knast stehen, obwohl sie "mal Menschen helfen wollten, die Hilfe brauchen".
Natürlich werden sie (noch) nicht angezeigt, aber im Schadensfall schon.
Dann kann nachgewiesen werden, wer Schuld am Dilemma war. Nur ist das wirklich möglich?

Das menschliche Gehirn wird niemals ersetzbar. Die ganzen Assessments nützen den zu Pflegenden nichts, wenn keine Tat folgt.
Gefahr virtuell erkannt - praktisch nicht gehandelt, folgt dann oft aus dieser Drucksituation und Verunsicherung heraus.
Das ist das was ich in meiner täglichen Arbeit immer wieder feststelle.
Anstatt den Pflegekräften beizubringen was wirklich zählt, haben wir jetzt die totale Kontrolle.
Nur das was zwischen den Menschen vorgeht, ist nicht messbar oder kontrollierbar.
Meine Güte, dass ist ja fast nicht zu glauben..........

Man, was haben die sich beeilt
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  #45  
Alt 11.11.2008, 09:27
Amazonia
Gast
 
Beiträge: n/a
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Tja, von 95 bis jetzt, explizit in dem Beruf. So ganz schnell ist das nicht.

Es läuft ja schon viel Länger. Aber da habe ich an der Situation noch nicht so viel Interesse gehabt.

Welcher Betrieb ist eigentlich noch nicht online?
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